Dienstag, 5. März 2013

ausbildungsbescheinigung mal neun

laut EU Vo. Nr. 1107/2009, Richtlinie 2009/128/EG müssen anwender von pflanzenschutzmitteln eine ausbildungsbescheinigung erwerben.

da pflanzenschutzmittelanwendung unter länderkompetenz fällt, zerbrechen sich jetzt neun bundesländer den kopf darüber, wie die richtlinie umgesetzt werden soll. zwei varianten habe ich bereits genossen, die steirische und die niederösterreichische. die burgenländische kenne ich nur vom hörensagen, sie scheint am einfachsten zu sein. demnach brauchen die anwender bis 25.11.2015 eine solche bescheinigung, unabhängig davon, ob sie durch langjährige erfahrung oder schulische ausbildung ihre sachkundigkeit nachweisen.

laut steirischem pflanzenschutzmittelgesetz 2012 kann die sachkundigkeit mittels agrarischer schulbildung oder großem sachkundekurs erworben werden. ein ansuchen an die bh bis 25.11.2013 wird empfohlen. wer ab dem 25.11.2013 pflanzenschutzmittel ausgenommen haushaltsmengen kauft, transportiert, lagert, mischt, anwendet oder ausbringt, muss die ausbildungs-bescheinigung vorweisen.

das niederösterreichische pflanzenschutzmittelgesetz sieht zwei fristen vor. sachkundige infolge berufserfahrung müssen bis zum 25.11.2013 um den sachkunde-ausweis ansuchen. die absolventen einer landwirtschaftlichen ausbildung oder einer vergleichbaren müssen bis zum 25.11.2015 ansuchen. im zuge der entgegennahme der mehrfachanträge 2013 wird geklärt, ob ein anwender in die erste oder zweite gruppe fällt. für die erste gruppe mit antrag 2013 soll ein termin zur stellung des ansuches vereinbart werden.

ob dieser aufwand umsonst ist, kann ich nicht beurteilen, gratis wird der antrag laut letzter information nicht sein. im gespräch sind eur 49,-. wenn schon sonst nichts erreicht wird, kommt wenigstens ein bisschen geld für den staat herein.

wenn ich mir jetzt vorstelle, wieviel akademisches gehirnschmalz in jedem bundesland aufgewendet werden muss, um zu klären, wie die eu-richtlinie sinnvoll in jedem bundesland umgesetzt werden soll, wird mir irgendwie übel. und dieser zinnober wiederholt sich bei fast allen gesetzesmaterien, die ländersache sind. na gut, wir können es uns wenigstens leisten.